(© Melanie Vogel) Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. Jean-Jacques Rousseau bezeichnete Empathie (Empfindsamkeit) als „das Vermögen, unsere Gefühle an Wesen zu heften, die uns fremd sind.“ Unterschieden wird zwischen kognitiver Empathie (Kopf/Denken), emotionaler Empathie (Herz/Gefühl) und sozialer Empathie (Handeln).

Empathie ist im Arbeitskontext sehr wichtig, denn ein gesundes Einfühlungsvermögen schweißt Menschen – auch über die Entfernung – zusammen und bildet die Grundlage für einen integrativen, innovativen Arbeitsort. Mitarbeitende, die einfühlsame Führungskräfte haben, sind kreativer und engagierter bei der Arbeit, viel weniger gestresst und ausgebrannt und kündigen deutlich seltener.

Doch Empathie ist keine Einbahnstraße, die nur von Führungskraft zu Mitarbeitenden gezeigt und gelebt werden kann. Auch innerhalb der täglichen Zusammenarbeit in Teams ist Empathie wichtig, um insbesondere in hybriden und digitalen Arbeitsumgebungen ein starkes Wir-Gefühl aufrecht zu erhalten. Und so kann es gehen:

  1. Nimm die aktuelle Situation wahr. Was ist gerade wichtig? Worum geht es wirklich? Was ist das eigentliche Problem?
  2. Schätze die aktuelle Situation ein. Was genau ist passiert? Wie ist der Konflikt entstanden? Wer ist beteiligt? Wie ist es zum aktuellen Missverständnis gekommen?
  3. Zeige Empathie durch Perspektivenübernahme und Mitgefühl. Überlege, was könnten die betroffenen Personen denken und wie geht es ihnen?
  4. Beurteile die Situation. Bist du in der Lage, in die Situation einzugreifen bzw. die Situation zu verändern? Was kannst du ganz konkret tun, das den beteiligten Personen hilft, den Konflikt zu lösen? Wie möchtest du dich gern verhalten – und wie kann es deinem Gegenüber helfen?
  5. Triff eine Handlungsentscheidung. Du hast dich in die Situation hineinversetzt, verstehst, worum es geht und weißt, wie du unterstützend helfen kannst bzw. dich selbst in der Situation verhalten möchtest. Dann unternimm jetzt den ersten Schritt. Werde aktiv!