(© Melanie Vogel) Beförderung, spannende Jobangebote, Gehaltserhöhung, neue Aufgaben und Rollen – vielleicht sogar mehr Einfluss im Unternehmen: Das sind typische Wachstumsziele für alle, die sich beruflich weiterentwickeln und Karriere machen wollen. Doch nicht immer lassen sich diese Ziele realisieren und nicht immer hängt es am Unternehmen oder an den Führungskräften, sondern auch die eigenen Vorstellungen und Mythen, die wir uns Zeit unseres Lebens mental zurecht gestrickt haben, können signifikante Hürden darstellen. Von 4 dieser Mythen solltest du dich unbedingt verabschieden.

  1. Mythos: Wenn meine derzeitige Führungskraft nicht glaubt, dass ich es schaffen kann, dann kann ich es auch nicht. Die meisten von uns wurden darauf trainiert zu glauben, dass die Führungskräfte am besten wissen, was für uns gut ist und was nicht. Doch diese Form des Obrigkeitsdenkens erreicht nur eines: du verlierst den Glauben an dich selbst und überträgst die Verantwortung für dein berufliches Glück an eine Person, die dich gar nicht so gut kennen kann, wie du dich selbst. Höre daher nur auf dein Bauchgefühl. Und wenn dein Bauchgefühl dir sagt, dass du es schaffen kannst, dann glaube an dich – und finde Wege, dir selbst zu zeigen, dass du Recht hast.
  2. Mythos: Ich brauche die perfekte Qualifikation, um meinen nächsten Job zu bekommen. Wenn du jedes Mal, wenn du eine Stellenbeschreibung liest, auf der Suche nach dem einen disqualifizierenden Punkt bist, dann bist du Opfer dieses Mythos. Stellenbeschreibungen sind nichts anderes als Wunschlisten der Arbeitgeber. In einer Stellenbeschreibung steht alles, was ein Unternehmen denkt, dass ein/e ideale/r BewerberIn mitbringen sollte. Das bedeutet nicht, dass du Stellenbeschreibungen völlig außer Acht lassen solltest, aber du brauchst nicht nach einem 100%iges Matching suchen. Die Faustregel sagt: 70% der gewünschten Qualifikationen reichen, um sich zu bewerben. Auch hier folge deinem Bauchgefühl und dem Gefühl der Lust und Freue. Spricht dich eine Stellenanzeige an? Verspürst du ein Kribbeln der Freude, wenn du sie liest? Dann bewirb dich!
  3. Mythos: Ich muss mich nur anstrengen, dann bekomme ich das, was ich will. Dieser Mythos hält sich hartnäckig und wird auch gern medial von erfolgreichen Frauen verbreitet. Wer Leistung erbringt, wird Erfolg ernten. Das mag in Einzelfällen so sein, aber ist keine Regel, auf die man sich verlassen kann, denn beruflicher Erfolg hängt zwar von guter Leistung ab – aber nicht nur. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, ein Netzwerk zu haben, das einen weiterempfehlen kann, auf Menschen zu treffen, die einem eine Chance geben – all das sind Aspekte, die du zwar beeinflussen, aber nicht planen kannst. Erfolg hat mit Glück zu tun und mit der eigenen Bereitschaft, offen zu sein für Chancen und Perspektiven, die sich unverhofft zeigen.
  4. Mythos: Um Hilfe zu bitten, ist ein Zeichen von Schwäche. In Leistungsgesellschaften ist das Bitten um Hilfe im Beruf oft verbunden mir Bedürftigkeit und Schwäche bis hin zur Unfähigkeit. Die Wahrheit ist jedoch: Je erfolgreicher du bist oder je erfolgreicher du sein willst, desto mehr Hilfe und Unterstützung brauchst du, um deine Ziele zu erreichen. Denn nur durch Unterstützung – z.B. in Form von Mentoring oder Coaching – kannst du Wissenslücken schneller zu schließen, an Insider-Informationen gelangen und aus den Fehlern anderer lernen.