(© Melanie Vogel) Das Leben hat sich für die meisten von uns in den letzten eineinhalb Jahren schlagartig und radikal verändert. Nicht nur die Wucht einer weltweiten Pandemie gilt es mental und tatsächlich zu verarbeiten, sondern auch deren Auswirkungen werden uns noch lange beschäftigen – angefangen von riesigen, globalen Schuldenbergen über die Frage, wie wir zukünftig miteinander arbeiten und umgehen bis hin zur großen Ungewissheit, wie Wirtschaft und Arbeitsmarkt mittel- und langfristig auf die Pandemie-Folgen reagieren werden.

So viel ist jetzt schon klar: Was mehr als ein Jahrzehnt dauerte, hat sich innerhalb weniger Monate aufgelöst. Anfang 2020 erreichte die Beschäftigungsquote in der OECD ein Rekordhoch von 68,9%. Dann kam die Pandemie und löste eine Wirtschaftskrise aus, wie es sie seit der Großen Depression in den 1930er Jahren nicht mehr gegeben hat. Billionen von Dollar wurden und werden in die Weltwirtschaft gepumpt, um zu retten, was zu retten ist.

Prognosen zufolge wird die Arbeitslosenquote in den OECD-Ländern deutlich stärker steigen als zum Höhepunkt der globalen Finanzkrise. Neueinstellungen wurden auf Eis gelegt; viele Beschäftigte befinden sich einer Art Warteposition mit ungewissem Ausgang – entweder in Kurzarbeit oder anderen staatlich subventionierten Programmen. Aus den verfügbaren Daten geht hervor, dass die Krise sozial schwächere Gruppen – Geringqualifizierte, junge Menschen und Migrant*innen –, aber auch Frauen am stärksten trifft. Dadurch besteht die Gefahr, dass einige der bescheidenen Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten bei der Gleichstellung der Geschlechter erzielt wurden, verloren gehen und sich die arbeitsbedingten Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen wieder verschärfen.

Doch auch wenn es vielleicht paradox klingt, so ist gerade jetzt, in der Phase größter Unsicherheit, ein perfekter Moment, um innezuhalten und sich Gedanken über die eigene Karriere und den weiteren beruflichen Werdegang zu machen. Entweder freiwillig – oder vielleicht gehören Sie zu denen, die durch die Pandemie und deren Folgen bereits jetzt schon die Auswirkungen am Arbeitsmarkt am eigenen Leib spüren.

Darum frage dich:

  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Wo wähle ich Komfort statt Lebendigkeit?
  • Wer oder was hindert mich daran, meinen beruflichen Träumen zu folgen?

Nimm dir die Zeit, einen Schritt zurückzutreten, nachzudenken und abzuschätzen, wo du deine berufliche Zeit und Energie zukünftig am besten einsetzen kannst.

Tatsächlich geht es zum ersten Mal seit vielen Jahren und vielleicht sogar Jahrzehnten nicht mehr um Schnelligkeit, sondern um Tiefe und Bewusstsein. Die Pandemie zwingt uns, zu reflektieren, innezuhalten und dem „Business as usual“ vorerst den Rücken zu kehren.

Genau jetzt dürfen wir uns erlauben, nicht an das unmittelbare Ergebnis zu denken, sondern wir können jetzt nach den Sternen greifen. Weil sich alles ändert, können wir uns auch ändern, wenn wir es wollen. Darin liegt eine große Chance für uns alle!